Fortgeschrittene Fragen für Photovoltaikanlagen

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Sie haben sich umfassend über das Thema Photovoltaik informiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine entsprechende Anlage eine gute Investition darstellen würde. Grundsätzliche Themen sind geklärt. In diesem FAQ geht es um die Fragen ob eine Anlage aufgestellt werden kann, ab wann sich diese Technik lohnt, welche Möglichkeiten der Förderung es gibt und worauf der Käufer bei seiner Wahl achten sollte.

Was ist mit dem Neigungswinkel eines Daches gemeint?

Die Menge an produzierter Energie steht mit dem Neigungswinkel der Anlage in Verbindung. Die Solarmodule erbringen die besten Leistungen, wenn sie in einem 90° Winkel zur Sonne stehen. Damit dies gewährleistet ist, muss die Neigung bestenfalls um die 30° betragen. Eine geringe Abweichung stellt kein großes Problem dar. Ein geringerer Winkel der Neigung bietet Vorteile in der Sommerzeit. Ist er steiler wird im Winter hingegen mehr produziert.

In Deutschland sind die Photovoltaik-Module in der Lage durchschnittlich 850 kWh im Jahr zu produzieren (Auf 1 kWh installierte Photovoltaik berechnet).

Welche Dachausrichtung ist vorteilhaft?

Die bestmögliche Zusammenstellung ist eine nach Süden gerichtete PV-Anlage, bei einer Dachneigung von 28°. Eine Abweichung der Ausrichtung nach Ost oder West, kann einen anderen Neigungswinkel erträglicher machen. Weicht die Ausrichtung nach Süden um ca. 45° ab, so sind mit Einbußen von bis zu 10% der Maximalleistung zu kalkulieren.

Produziert die Anlage Energie, wenn Schnee aufliegt?

Nein, wenn durch Schnee die Anlage beschattet wird, wird auch kein Strom erzeugt. In Gebieten wo es häufig schneit, kann es sinnvoll sein, den Neigungswinkel steiler zu gestalten. Dadurch rutschen die Schneemassen schneller vom Dach und geben die Anlage frei. Dies stellt über das Jahr gesehen meist einen rechnerischen Vorteil dar.

Mein Dach liegt teilweise im Schatten. Wie sind die Auswirkungen?

Eine Beschattung oder auch nur Teilbeschattung der Photovoltaik-Module hat drastische Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der gesamten Anlage. Die Stromgewinnung wird geringer ausfallen. Eine Teilbeschattung betrifft grundsätzlich alle in einer Reihe geschalteten Module. Vor dem Aufbau der Anlage sollten solche Störfaktoren ausgeschlossen werden. Dabei kann es sich um Bäume, andere Gebäude, Schornsteine, Masten oder andere Hindernisse handeln. Bäume können beschnitten oder zur Not auch gefällt werden. Aber es besteht kein Einfluss auf anderer Leute Gebäude. Wichtig ist auch nicht nur den derzeitigen Stand zu bedenken. Geplante Bauvorhaben sollten ebenfalls bei der Planung einbezogen werden.

Optimal ist natürlich wenn kein Schatten auf die Anlage fällt. Sollte bereits eine Zelle beschattet sein, so wird die gesamte Reihe betroffen. Die Stromstärke (Ampere) ist über den kompletten Modulstrang identisch. Die Spannung (Volt) wird über die einzelnen Module addiert. Strom x Spannung ergibt die elektrische Leistung (Watt). Bei einer Teilbeschattung fließen weniger Elektronen und dies hat Auswirkungen auf den Solargenerator. Diese äußern sich als ob eine Beschattung der gesamten Reihe stattgefunden hätte.

Sollte eine Teilbeschattung vorliegen, so kann es sinnvoll sein, diesen Bereich in einem Modulstrang zusammenzufassen. So werden die durchgehend sonnigen Bereiche nicht beeinflusst.

Genügt das Dach den Ansprüchen der PV-Anlage?

Das Hausdach muss die Photovoltaik-Anlage natürlich tragen können. Diese Sicht der Dinge ist jedoch zu kurzsichtig. Eine PV-Anlage hält durchaus 30 Jahre und länger. In diesem Zeitraum sollte auch an dem Dach nicht zwingend eine Reparatur vorgenommen werden. Der Zustand des Aufbaus ist daher vorher zu prüfen. Allgemein hat die Anlage einen positiven Effekt für das Dach. Die Ziegel unter dem Aufbau werden von Wind und Wetter weit weniger beeinflusst.

Muss das Dach repariert oder erneuert werden, so ist auch ein kleiner Umbau zu erwägen. Wenn dadurch der Neigungswinkel optimiert wird, so kann sich der Umbau durchaus rentieren. Die Mehrausgaben werden durch die Mehreinnahmen wieder aufgefangen.

Ist eine Baugenehmigung notwendig, um eine Photovoltaik-Anlage aufzubauen?

PV-Anlagen sind lt. Baurecht bauliche Anlagen. Eine Genehmigungspflicht richtet sich nach den spezifischen Anforderungen des Landesbaurechts der Bundesländer. In den meisten Fällen ist der Aufbau auf dem Dach oder anderswo am Gebäude genehmigungsfrei. Dies bedeutet, dass keine Behörde notwendig ist, um die Zulässigkeit zu überprüfen. Auf der anderen Seite muss der Bauherr selber in diesem Fall die Beachtung der baurechtlichen Vorschriften sichern.

Bei unklaren Formulierungen im Landesbaugesetz (diese sind leider häufig vorhanden), empfiehlt es sich vor dem Baubeginn beim Bauamt nachzufragen. Sollte das Gebäude oder das Dach zudem unter Denkmalschutz stehen, kann dies den Bau einer PV-Anlage grundsätzlich ausschließen. Auch diesbezüglich sollte beim Bauamt nachgefragt werden.

Bei Anlagen, die auf einer freien Fläche errichtet werden sollen, ist eine Baugenehmigung dann einzuholen, wenn sie eine bestimmte Größe überschritten haben. In den meisten Landesbauordnungen sind dies folgende Maße: 9m x 3m.

Wer überwacht und kontrolliert die Anlage?

Der Besitzer ist dafür verantwortlich seine PV-Anlage zu überwachen. Dies wird er in der Regel aus eigenem Antrieb machen, da das Interesse am Gewinn durch Solarstrom recht groß ist. Anhand eines Zählers kann die Stromerzeugung abgelesen werden.

Sollte der Besitzer jedoch nicht am Ort des Aufbaus wohnen, so muss er entweder jemand anderem mit der Überwachung beauftragen oder sich mit der Fernüberwachung beschäftigen. Die Photovoltaik-Anlage kann seine Daten in das Internet übertragen. Dort können sie, mit dem richtigen Benutzernamen und Passwort, von überall auf der Welt abgerufen werden.

Eine umfassendere Kontrolle ist jedoch vor Ort möglich. So können die ermittelten Zahlen direkt mit dem Wetter in Einklang gebracht werden. Sollten Unstimmigkeiten vorliegen, so sollte der Wartungsservice in Anspruch genommen werden.

Können beim Bau einer PV-Anlage Eigenleistungen erbracht werden?

Dies ist in Rücksprache mit dem Bauunternehmen zu klären. Generell ist es möglich einen Teil der Arbeit selber zu übernehmen. Das notwendige handwerkliche Geschick und/oder ein Verständnis der Technik sind natürlich erforderlich. Wer selbst Hand anlegen möchte, der trägt für diesen Part natürlich auch die Verantwortung.

Wie sollten Angebote eingeholt werden?

Wer den Bau einer Photovoltaik-Anlage plant, der sollte sich zunächst einmal mehrere Angebote einholen und diese vergleichen. Daher ist es wichtig, dass diese auch vergleichbar sind. Dies ist wiederum nur gewährleistet, wenn nur Komplettpreise („schlüsselfertig“) oder bestimmte einzelne Komponenten verglichen werden.

Bei den Modulen ist die Art des Baus, der Typ und natürlich die Leistung ausschlaggebend. Bei den Wechselrichtern ist darauf ebenfalls zu achten. Lassen Sie sich auch das System der Montage beschreiben. Der komplette Leistungsumfang sollte aufgeführt werden. Dies umfasst auch die Einbindung in das öffentliche Netz, Garantiebestimmungen und eventuelle Eigenleistungen.

Wer sich ein unverbindliches Angebot einholt, der geht noch keine Verpflichtungen ein.

Wie hoch ist der jährliche Ertrag einer Photovoltaik-Anlage?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Faktoren, wie die Dachneigung, die Sonnentage oder auch den Schattenwurf müssen einbezogen werden. Unter normalen Bedingungen können in Deutschland zwischen 800 und 1050 kWh im Jahr und pro Kilowatt peak produziert werden.

Was muss aus steuerlicher Sicht beim Bau und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage bedacht werden?

Wer sich entscheidet eine Photovoltaik-Anlage zu betreiben, der fungiert in diesem Sinne als Unternehmer. Immerhin steht das Ziel im Raum, den hergestellten Strom an den Netzbetreiber zu verkaufen. Allerdings spielt die Größe der Anlage dabei eine gewichtige Rolle. Sehr kleine PV-Anlagen werden als Bagatellen abgetan und setzen kein Gewerbe voraus. Anlagen größerer Natur verlangen hingegen vom Betreiber einen Gewerbeschein. Um zu erfahren wie die Sachlage ist, sollte man sich vor dem Bau beim Örtlichen Finanzamt erkundigen.

In der Regel wird das Finanzamt einen als Kleinunternehmer einstufen können. In diesem Fall ist auch eine Gewerbeanmeldung möglich, aber nicht zwingend. Es reicht sich diesbezüglich beim Finanzamt zu melden. Die Umsatzsteuer, welche gezahlt werden muss, kann sich der Betreiber vom Finanzamt zurückholen. Dazu muss jedoch alles seinen geordneten Gang gehen. Der Betreiber muss sich als umsatzsteuerpflichtig erklären und den Gewinn bei seiner Einkommenssteuer angeben. Werden die Vorschriften eingehalten, kann auch eine Rückforderung für gezahlte Umsatzsteuerbeiträge gestellt werden.

Ist es möglich eine PV-Anlage abzuschreiben? Wenn ja, wie?

Die Abschreibung nimmt eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Gewinns ein. Die Höhe der linearen Abschreibung setzt sich aus den beiden Faktoren Anschaffungskosten und Nutzungsdauer zusammen. Mit der Nutzungsdauer ist jedoch nicht der Zeitraum gemeint, den der Besitzer für die Nutzung ansetzt. Für die Nutzungsdauer gibt es Vorschriften, die einheitliche Regelungen garantieren. Für eine Photovoltaik-Anlage wird eine Nutzungsdauer von 20 Jahren veranschlagt. In diesem Zeitraum vom EEG eine Mindestvergütung vorgesehen. Bei Kosten in Höhe von 40.000€ könnte also jährlich 1/20 abgeschrieben werden. In diesem Beispiel wären das 2.000€.

Neben der linearen Abschreibung, kommt bei einer Photovoltaik-Anlage auch eine degressive Abschreibung, sowie die Sonderabschreibung oder der Investitionsabzugsbetrag in Frage. Für genauere Informationen über Abschreibungen sollte der Besitzer Erkundigungen einholen.

Welche Kosten entstehen beim Aufbau einer Photovoltaik-Anlage?

Die Gesamtkosten für den Bau setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Wer sich ein Angebot anfordert, sollte sich diese separat aufführen lassen. Dabei handelt es sich um die PV-Module, den Wechselrichter, die Verkabelung, den Unterbau, sowie Konstruktion und Montage. Über die Jahre können noch Kosten für die Wartung, Ersatzteile und Versicherungen hinzukommen.

Es stehen hier also Anschaffungskosten (fixe Kosten) und Betriebskosten (variable Kosten) zu Buche. Die Anschaffungskosten werden zwar in eins bezahlt, aber meist werden doch Verbindlichkeiten aufgenommen, um das Projekt stemmen zu können. Dem gegenüber stehen natürlich die Einnahmen, welche je nach Größe der Anlage und Sonnenstunden erzielt werden. Eine Photovoltaik-Anlage, die von Beginn an richtig geplant und kompetent errichtet wurde, wird im Gesamtergebnis immer einen Gewinn erwirtschaften.

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